Im Handelsgesetzbuch (kurz: HGB) ist festgelegt, dass jedes Unternehmen seine Grundstücke, seine Forderungen und Schulden, den Betrag seines baren Geldes sowie seine sonstigen Vermögensgegenstände (vgl. § 240 HGB), am Ende eines Geschäftsjahres, in einem Inventar genau anzugeben hat. Zu diesem Zweck wird zuvor eine Inventur durchgeführt.

Als Inventur bezeichnet man die mengen- und wertmäßige Bestandsaufnahme aller Vermögensgegenstände und Schulden eines Unternehmens.
  • Bei der körperlichen Inventur werden alle vorhandenen, greifbaren Werte durch Zählen, Messen, Wiegen und Schätzen erfasst.
  • Bei der Buchinventur nutzt man bereits vorhandene Unterlagen und Datensätze im Computersystemen.
Alle Vermögensgegenstände und Schultern eines Unternehmens werden im Inventar dem Bestandsverzeichnis geführt.
Gliederung des Inventars
A. Vermögen
I. Anlagevermögen
II. Umlaufvermögen
B. Schulden bzw. Fremdkapital
I. Langfristige Schulden
II. Kurzfristige Schulden
C. Reinvermögen bzw. Eigenkapital
Beispiel für ein Inventar
A. Vermögen
I. Anlagevermögen
1. Grundstücke 300.000,00 €
2. Gebäude 480.000,00 €
3. Maschinen 478.300,00 €
4. Fuhrpark
     - Lkw 1 120.000,00 €
     - Lkw 2 65.000,00 €
     - Servicewagen 35.000,00 € 210.000,00 €
5. Büroausstattung 62.080,00 €
II. Umlaufvermögen
1. Forderungen (lt. Verzeichnis) 45.200,00 €
2. Bankguthaben
     - Sparkasse 60.000,00 €
     - Bayernbank 25.000,00 € 85.000,00 €
3. Kassenbestand 6.300,00 €
Summe des Vermögens 1.666.880,00 €
B. Schulden bzw. Fremdkapital
I. Langfristige Schulden
1. Langsristige Bankverbindlichkeiten 140.000,00 €
II. Kurzfristige Schulden
1. Kurzfristige Bankverbindlichkeiten 14.000,00 €
2. Verbindlichkeiten LL
     - Fa. Holzhauser 14.140,00 €
     - Fa. Sedlmaier 11.300,00 € 25.440,00
Summe der Schulden 179.440,00 €
C. Reinvermögen bzw. Eigenkapital
     Summe des Vermögens 1.666.880,00 €
     - Summe der Schulden 179.440,00 €
     = Reinvermögen 1.487.440,00 €